Ruft Microsoft seine Kunden an?

Ruft Microsoft seine Kunden an?

Angebliche Hotline Mitarbeiter von Microsoft rufen arglose Kunden an, suggerieren ihnen, das ihr Computer von einem Hacker infiziert wurde und bieten dann gegen eine Zahlung an, das Problem zu beseitigen. Bei diesem Fakeanruf bittet der Mitarbeiter um Zugriff auf den Computer. Dabei wird dann der eigentliche Angriff durchgeführt, Schadsoftware installiert und unter Umständen sogar Kreditkarten- und Bankinformationen entlockt.

Ein angeblicher Mitarbeiter von Microsoft erklärt Ihnen bei dieser Betrugsmasche, Ihr Computer wäre von einem Hacker angegriffen worden oder sie hätten einen Virus oder Trojaner auf Ihrem PC. Als nächstes bittet er um Zugriff auf den PC, dann könne er beweisen, dass er auch wirklich von Microsoft sei und er würde diese Bedrohung beseitigen. Diesen Virus oder Trojaner und auch den Hackerangriff hat es nie gegeben und der Sinn hinter dieser Aktion ist, Zugriff auf Ihren PC zu bekommen und dort schädliche Software zum Ausspähen Ihrer Daten zu bekommen.

Nach einer Stellungnahme von Microsoft wird das Unternehmen niemals seine Kunden anrufen und sie zur Installation irgendwelcher Programme auffordern. Seit 2014 sind international mehr als 64.000 Meldungen zu diesem Thema bei Microsoft eingegangen. Aktuell rollt wieder eine neue Welle dieser Betrugsmasche los, deren Zeuge der Author dieses Artikels selbst geworden ist. Selbst auf meinen Hinweis hin, dass ich selbständiger Profi im IT-Sektor bin, hat sich der mit indischem Akzent sprechende Hotline-Mitarbeiter nicht abwimmeln lassen. Nachdem ich aufgelegt hatte, ruft er sogar ein weiteres Mal an!

Seien Sie also vorsichtig und reagieren Sie nicht auf die Beteuerungen des vermeintlichen Support Mitarbeiters. Legen Sie am besten einfach auf und beenden den Fakeanruf.

Sollten Sie den Betrüger auf Ihren Computer gelassen haben, müssen Sie sofort Ihren Computer vom Internet trennen, von einem Profi säubern lassen und im Anschluss alle Kennwörter auf Ihrem PC ändern. Wenn Sie Online-Banking auf Ihrem Computer machen, prüfen Sie auch Ihre Konten und ändern die PINs Ihrer Bankkarten.

Windows 10: Hat sich das Warten gelohnt?

Windows 10: Hat sich das Warten gelohnt?

Windows 10 ist am 29. Juli 2015 erschienen

Seit dem 29. Juli 2015 erhalten die ersten Benutzer das kostenfreie Upgrade auf Windows 10. Hat sich das Warten denn wirklich gelohnt? Diese Frage wird hier beantwortet.

Wiedergutmachung für Windows 8

Den Schaden zu richten, den Microsoft mit Windows 8 bei seinen Benutzern angerichtet hat, dürfte schwierig werden, aber nicht unmöglich. Die Redmonder haben das mit Windows Vista auch schon einmal hinbekommen! Es sieht danach aus, als ob es mit dieser neuen Version von Windows gelingen kann.

Klares Design

Entwickelt für PC, Laptop, Tablet und Smartphones bringt das OS den allseits vermissten Start-Button zurück. Und hier beginnt auch alles. Alle installierten Programme, der neue Browser Edge, der Verlauf der zuletzt aufgerufenen Programme und sogar die bei vielen unbeliebten Kacheln finden sich mit einem Klick auf den Start-Button. Dieses Start-Menü lässt keine Wünsche offen, das Design ist sehr klar und strukturiert.

Der Desktop und die gesamten Oberfläche zeigen in klaren Linien die Absichten von Microsoft, nichts wirkt verspielt oder billig. Man könnte vom Design her Parallelen zu Apple Produkten ziehen 😉

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

  1. Taskansicht
    Mit einer Drei-Finger-Wischgeste oder einem Klick lassen sich alle geöffneten Programme nebeneinander anzeigen. Apple Benutzer kennen diese Funktion.
  2. Cortana Sprachassistent
    Ähnlich wie Siri auf dem iPhone oder Google Now auf Android Geräten möchte Cortana dem Benutzer das Eintippen von Text per Tastatur oder Touchscreen ersparen und reagiert auf Spracheingaben. Der Assistent beantwortet Fragen im Moment noch allerdings meist mit Ergebnissen aus der eigenen Suchmaschine Bing.
  3. Start-Menü
    Das neuartige Start-Menü in Windows 10 kombiniert bekannte Elemente aus Windows 7 und einige praktische Funktionen aus Windows 8 und es gibt außerdem einige neue Komponenten. Die Kacheln im Start-Menü erlauben den Zugriff auf Live-Apps, wie zum Beispiel Wetter und Nachrichten. Auf der linken Seite können der Explorer und die Dokumente direkt aufgerufen werden. In diesem Start-Menü findet man alles was man braucht.
  4. Edge: Der Nachfolger des Internet Explorers
    Der deutlich in die Jahre gekommene Internet Explorer wird durch den von Grund auf neu entwickelten Browser Edge ersetzt. Er soll die Lücke zu Google Chrome, Firefox und Safari schließen. Der erste Eindruck ist gut, aber weitere Tests bleiben abzuwarten. In Kürze dazu ein gesonderter Artikel.
  5. Benachrichtigungs-Center
    Die wichtigsten Infos von Facebook, Google+, sowie E-Mails und die Wetter-App können hier eingebunden werden und zeigen aktuelle Statusmeldungen an. Die Funktion erinnert sehr an die Mitteilungs-Zentrale von Apples Betriebssystem MacOS.
  6. Windows-Hello, Microsoft Passport
    Mit neuer Hardware will Microsoft das Eintippen von Kennwörtern mittels biometrischer Erkennung verzichtbar machen. Die eingebaute Webcam kann dann zum Beispiel den Benutzer an seinem Gesicht erkennen. Geplant sind auch Iris-Erkennung, Stimmerkennung oder das Freischalten des Windows Gerätes mit dem Fingerabdruck. Bisher sind dieses Systeme allerdings ziemlich leicht zu täuschen und unsere Empfehlung ist daher nachwievor ein gutes Passwort!
  7. Universelle Apps
    Bisher gab es getrennte Anwendungen für das Smartphone, den Tablet und den PC mit Windows. Das soll jetzt anders werden. Universelle Apps laufen, einmal installiert, automatisch auch auf den anderen Geräten des Benutzers. Wie die Lizenzierung dieses Modells aussehen soll, ist allerdings noch nicht bekannt. Muss der Benutzer dann für jedes Gerät eine Lizenz erwerben oder gibt es eine Multi-Device Lizenz, die dann mehr kostet, als eine für nur ein Gerät? Bleibt abzuwarten.
  8. Virtuelle Desktops
    Mac- und Linux Benutzer kennen diese Funktion seit vielen Jahren. Ich selbst habe bisher noch keinen Nutzen für die Verwendung mehrerer Oberflächen feststellen können, aber in vielen Beiträgen im Netz scheint darüber große Freude zu herrschen.

FAZIT: Viel neues, einiges altes und ein klares Design versprechen ein insgesamt empfehlenswertes Betriebssystem. Aus unserer Sicht können Sie als Anwender den Schritt ruhig wagen. Geeignet ist ein Upgrade in erster Linie für den Privatanwender, der nicht allzu viele wichtige oder exotische Anwendungen benötigt und gerne auf dem neuesten Stand ist. Ein wenig Neugier und Geduld sollte man aber durchaus mitbringen, denn nicht alles wird auf Anhieb fehlerfrei laufen.

Informieren Sie sich allerdings unbedingt vorab, ob Ihre wichtigsten Anwendungen unter Windows 10 laufen, erstellen Sie ein Backup Ihres gesamten Systems und befragen Sie im Zweifel vor dem Upgrade einen Fachmann.